Registriere dich oder log dich ein um Feedback zu lesen oder zu verfassen.

Vesper-Projekt

Beschreibung:

DAS PROJEKT VESPERBILD
1 Bildgegenstand
2 Genealogie
3 Ideologie
4 Koordinaten (Westen, Abendland)
5 Bildgeschichte 1-2
6 Realisierung

1 Der Bildgegenstand ist abwegig, für heutige, an der Pragmatik geschulte Augen ist er geradezu absurd. Zusätzlich ist er unerwartet und emotional überzogen interpretiert, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass es sich dabei um die Auswirkung von schweren Verbrechen handelt: Ein junger toter Mann, fast ein Knabe, gebettet am Ort der Lust und der angenommenen Fruchtbarkeit, im Schoß einer jungen Frau, durch die Geste ihrer Hände und ihr Gewand, aus dem er ragt, wie nachträglich ihr einverleibt. Die mit allen Insignien der Macht ausgestattete Frau präsentiert den toten Mann, ihr reich geschmückter Ornat und eine Kette fassen beide zu einer Einheit zusammen. Wie gesagt, es ist nicht eine machtvolle Frau und ein toter Mann, ganz augenfällig ist es dies: machtvoll die Frau und tot der Mann. Damit handelt es sich um die explizite Repräsentation von etwas Allgemeinen, um die Darstellung eines umfassenden Geschehens.1
Wie kann ein furchtbarer Gegenstand, ein Toter, so pompös inszeniert werden? Leben / Tod erscheinen mit Frau / Mann verkörpert und gemäß der Ikonografie des Barock auf eine Weise zelebriert, die wir heute nur schwer nachvollziehen können. Wir verstehen die Hinweise und Bezeichnungen nicht mehr, all die kirchlichen, feudalen, kanonischen und historischen Anspielungen und Reminiszenzen auf diesem Bild erwecken Abwehr vor dem Menschenbild einer Zeit, in der alles bedeutungsgeladen und hierarchisch war. Hier ist kein Platz für Individualität, und persönlichen Spielraum scheint es nur in der Ergebenheit in eine vorgezeichnete Rangordnung zu geben. Nichts auf diesem Bild ist mit Heutigem in Verbindung zu bringen. Oder doch? - Übersättigt und abgestumpft wie wir sind von der Masse von Bildern, die täglich unsere Aufmerksamkeit fordern, überfordert dieses Bild unsere Vorstellungskraft und Aufnahmefähigkeit. Was soll das Ganze? Bereits beim ersten flüchtigen Hinschauen sind wir irritiert. Verunsichert das Bild, weil es nichts mehr mit uns zu tun hat? Oder weil wir nichts mehr mit all dem zu tun haben wollen? Oder verunsichert es gerade im Gegenteil, weil es etwas anspricht, wofür es heute keine ansprechenden, verständlichen Zeichen mehr gibt? „Heute zerfallen diese Begriffe, ohne dass etwas anderes am Horizont auftaucht, was sie ersetzen könnte“, schreibt Octavio Paz und fügt hinzu: „Ein ganz düsteres Zeichen: die Abwesenheit von Zeichen.“2
Was aber hat das Vesperbild mit unserer Zeit zu tun, wenn nicht durch die dargestellte Konsistenz? Wird nicht heute so getan, als seien in einer egalitären Gesellschaft (sich voneinander abgrenzende) Bestimmungen wie Leben, Tod, Frau Mann nicht mehr relevant?

2 Genealogie
Die Originalradierung auf leicht von Wurmstich zerstörtem Leinenpergament hat lange in meinem früheren Hauptaktionsraum, einer Wohnküche in einem Vierkanter im Oberen Mühlviertel gehangen. Zur Genealogie dieses Bildes gehört diese Küche nicht unmittelbar. Wohl aber gehört die Küche zur Genealogie weiblicher Macht. Mit weiblicher Macht, mit dem Verlust derselben und ihrer Wiedererlangung durch ein Weiterreichen des Bildes hat das Vesperbild sui generis zu tun. Der kleine, kolorierte Stich selbst spricht ja von einer machtvollen Frau an der Zeitenwende vom 16. zum 17. Jahrhundert, deren Name und Aktionsradius auf dem Bild in die Krone der Dargestellten eingraviert ist: Maria Maximiliana, Herzogin von Bayern. Die Restitution des Bildes an seinen angenommenen Ursprung führte mich im Jahr 2004 nach Maria Luggau in Kärnten, wo das Gnadenbild einer hölzernen Pietà über dem Hauptaltar ein Zentrum der Anbetung und das Ziel aller dahin führenden (katholischen) Wallfahrten bildet: Die kleine Holzfigur hinter dem Prachtgewand in Maria Luggau ist nochmals etwa 200 Jahre älter als der beschriebene barocke Kupferstich. Sie wurde von einer unbekannten Bäuerin gestiftet, an der, wie die Legende weiß, ein Wunder geschehen sein soll.
Indem ich mich mit diesen historischen Figuren befasse, auf die sich das barocke Vesperbild direkt und indirekt bezieht, kann ich mich selbst nicht ausklammern, wenn ich im Begriff bin, ein drittes Vesperbild zu stiften. Da ich das Original-Kupferstichbild über zehn Jahre lang in meiner Wohnung im Mühlviertel hängen hatte, habe ich es dem Kloster Maria Luggau, nachdem ich nach Linz gezogen war, zurück gebracht. Die Stiftung eines dritten, dem beginnenden dritten Jahrtausend gemäßen Vesperbildes ist Ziel des gegenständlichen Projekts: Kein hölzernes und kein druckgraphisches Vesperbild soll entstehen, sondern zunächst ein digitales, das am Ende analog ausgedruckt und wieder zusammengesetzt wird. Für dieses Verfahren finden digitale Reproduktionen des Original-Vesperbildes Verwendung.

3 Ideologie
Manchen macht vielleicht der kirchlich-religiöse Zusammenhang zu schaffen. Kaum jemand ist heute religiös, ich bin es auch nicht. Wieso fasziniert mich als Agnostikerin und Feministin ein eklatant religiöses Bild aus einer Zeit, die dem Anschein nach nichts mit unserer heutigen Zeit zu tun hat? Was spricht mich an bei diesem Vesperbild? Welche Analogie des Erlebten oder der Ereignisse gibt es zwischen den annähernd 350 Jahre auseinander liegenden Epochen der Barockzeit und dem frühen 21. Jahrhundert?
Im 17. Jahrhundert war es unmöglich außerhalb des kirchlich-religiösen Zusammenhangs zu existieren, jeder Mensch war mit Gedeih und Verderb von seiner Einbettung in eine Gesellschaft abhängig, wo das öffentliche Recht und sein Vollzug von einer absolutistischen Kirche in Konkordanz mit dem absolutistischen Herrscher festgelegt war.
Ich lade dazu ein, das in dieser Epoche angesiedelte Bild mit eigenen, heutigen Augen zu betrachten: Warum lächelt die dargestellte junge Frau, die einen etwa gleich alten nackten Mann mit schweren Verletzungen hält, der offenbar tot ist? Warum weint sie dabei? Ein Gnadenbild? Was ist daran Gnade?
Gnade? Jemand wird von Räubern bedroht und fleht um Erbarmen?
Es gibt in jeder Sprache Wörter, die vergessen werden, die zu sekundären Fremdwörtern werden. Sind wir gerade dabei unter die Räuber zu fallen? Fällt mir deshalb das Wort Gnade ein? Was nützt oder hilft die Beschäftigung mit diesen antiquierten Sachen?
Ich weiß nur, dass es die Darstellung dieser mächtig ins Bild gestellten, fürstlich geschmückten, weinenden Frau war, die mich vom Moment an, als ich sie sah, fasziniert hat. Ist es das Thema Macht, das mich nicht loslässt, welches hier auf antagonistische, ja absurde Weise in Erscheinung tritt? Ich möchte der Faszination dieser Darstellung auf den Grund gehen und andere Frauen (und Männer?) in diese Fragen einbeziehen. Fragen sind auch zu stellen nach der Stifterin des druckgraphischen Werks von 1670 als auch nach jener der diesem zugrundeliegenden volkstümlichen Holzskulptur aus dem Mittelalter. Sicher ist jedenfalls, dass beide Kunstwerke, offenbar bis ins Detail, von Frauen in Auftrag gegeben wurden. Recherchen zum VESPERBILD werden zum Hinterfragen auch des heutigen Machtbegriffs beitragen.
Vielleicht gelingt es im Zuge dessen, auch die kulturellen Koordinaten „der Westen“ (als westliche Welt im Sinne von Europa - als reales Staatengebilde wie als politisch und kulturell wirksame Idee) und „der Abend dieses Europa“, der als seine Neige oder sein Untergang assoziiert werden, imaginär, das heißt mittels eines Bildes zu bestimmen, um so Antworten auf Fragen zu finden wie: C´est quoi la grace? Gnade im Sinne von „wodurch war Europa begünstigt?“, sogar begnadet, wie es heißt?

4 Koordinaten
4-1 Westen ist seit dem 11. Jahrhundert bezeugt als eine der vier Himmelsrichtungen, als die Richtung des Sonnenunterganges. Westen und Abend, das Richtungsadverb und die Tageszeit, können leicht ineinander übergehen. Westen kommt von lateinisch vesper, Abendstern, Abend, Abendzeit, Vesper, abendlicher Gottesdienst und Westen; quid vesper ferat, incertum est. (=vor Abend kann sich alles ändern); prima vesper... (=als es Abend wurde...) und von
griechisch hespéra (kleine Zwischenmahlzeit, Abend, Westen).3 Seit den Zeiten des klassischen Griechenlands grenzt sich der Westen (Europa) kulturell vom Osten, dem Orient (Asien), ab.4 Der Westen ist eine heute geläufige (politisch-kulturelle) Bezeichnung für Europa und seine Folgenationen, wie Nordamerika, Australien. Seit dem 16. Jahrhundert wird der Westen statt Okzident und Abendland gebräuchlich, der Westen, wo die Sonne untergeht, im Gegensatz zum Morgenland, Orient, wo sie aufgeht. Im 20. Jahrhundert fasst der Begriff Westen politisch/geographisch/kulturell Gebiete Europas, sowie der übrigen demokratischen westlichen Welt zusammen.5 In vielen Sprachen wird Westen mit Untergang gleichgesetzt.

4-2 Vesperbild
Ein Vesperbild, auch Pietà, ist die Darstellung Marias mit dem Leichnam Christi auf dem Schoß, auch mater dolorosa. Das Vesperbild gehört zu den erfolgreichsten Bildfindungen des Mittelalters, Pietá-Skulpturen finden sich in Mitteleuropa seit dem 14. Jahrhundert.
Italienisch pietà bedeutet Erbarmen, Mitleid. Pietät heißt Respekt, Rücksichtnahme. Erbarmen, Mitleid wurden sekularisiert zu Respekt, Rücksichtnahme, Akzeptanz,
im Kollektiv ist der Begriff Solidarität grundlegend.

4-2-1 Die frühesten erhaltenen Vesperbilder stammen aus dem Raum zwischen Naumburg (Naumburger Dom, um 1330), Erfurt (Ursulinenkloster, um 1340) und Coburg (Museum auf der Veste Coburg, um 1320) und aus dem Bodenseegebiet (Radolfzell, heute Augustinermuseum Freiburg, um 1330). Möglicherweise stand ein noch etwas älteres Vesperbild in der Karmeliterkirche zu Köln (in einem Ablass zu 1298 erwähnt). Zu den bekanntesten Bildwerken dieses Sujets zählen die Pietà Michelangelo Buonarottis – die Marmorpietà im Petersdom in Rom, die (unvollendete) Pietà Rondandini in Mailand und die Florentiner Pietà Palestrina. Die Pietà bildet auch einen Schwerpunkt im Werk von Giovanni Bellini.
Weniger bekannt sind drei Pietà aus Leder in der Hauptpfarrkirche St. Peter und Paul im rheinischen Eschweiler und in der Wallfahrtskirche im hessischen Dieburg.
Eine einzigartige Pietà befindet sich in der Heilig-Kreuz-Kapelle beim Wallfahrtskloster Blieskastel, Unsere liebe Frau mit den Pfeilen. In diesem Vesperbild aus dem 14. Jahrhundert stecken fünf eiserne, mittelalterliche Pfeilspitzen. Nach der legendären Überlieferung wurden die Pfeile von Frevlern hineingeschossen.6

5 Bildgeschichte 1
In der sumerichen Religion vor 5000 Jahren weint die sumerische Göttin Innana um Dumuzi, ihren Sohn und Bräutigam. Dumuzi war der Unterwelt geopfert worden, wo ihn Dämonen folterten und quälten. Inanna galt als die Herrin des Himmels und der Erde, und Dumuzi als der Wächter über die Herden, als Gott der Quellen und der Lebenssäfte, den die Dämonen der Dürre, der Unfruchtbarkeit und des Todes verfolgen.
Maria Warner7 erinnert an die heidnische Herkunft (auch) des Vesperbildes aus der uralten Magna-Mater-Verehrung im Mittelmeerraum und im Zweistrom-Land und weist daraufhin, dass „auf zahllosen Pietà-Darstelllungen der Gotik und der Renaissance der Leichnam Christi unverhältnismäßig klein (ist) und das Gesicht der Jungfrau von anachronistischer Jugend.“ Hier würde „mit tragischer Ironie“ nicht nur „die Erinnerung an die Mutter erweckt, die ein kleines Kind in den Armen“ hält, sondern auch auch an die ägyptischen Isis-Darstellungen (wie jene im British-Museum) mit der Miniatur-Mumie des Osiris auf dem Schoß: Isis trauert um ihren Geliebten, der ihr Sohn ist, und ebenso wie Jesus einen grausamen Tod erlitten hat.
Als „Mutter der Schmerzen“ geht das Bild der trauernden Frau mit dem Leichnam des Sohnes und/oder Geliebten auf den Knien von der ägyptischen in die koptische Religion ein, die zu den ältesten christlichen Religionen gehört.
Die Bildfindung und Durchsetzung der Pietà im 14. Jahrhundert in Europa geht auf die Kreuzzüge zurück. Die Kreuzritter brachten das Bild von der Schmerzensmutter aus dem koptischen Umfeld, dem nahen Osten, nach Mitteleuropa. Sie wussten nicht, welche Verheerung sie im Gepäck mitführten, die Europa an den Rand des Untergangs bringen würde: die Pest. 1346 wütete sie in Kleinasien, 1348-1350 erreichte sie ihren Höhepunkt, als ein Fünftel der europäischen Bevölkerung ausgelöscht wurde. Wer sich die Entvölkerung ganzer Landstriche und Städte vor Augen hält, begreift die zeitgleiche Hinwendung der bedrohten Völker zum neuen Andachtsbild der Mater dolorosa, von dem sie nicht wussten, oder vielleicht ahnten sie es, dass es weit in die Geschichte der Menschheit zurück reicht.
Es glich Darstellungen der alten Fruchtbarkeitsgöttinnen: „Als ihr der Leichnam ihres Sohnes in den Arm gelegt wird, betrachtet sie sein Gesicht mit schmerzlichem Begehren, nicht nur weil sie seinen Verlust betrauert.... sondern weil sie die Mächte der Unfruchtbarkeit und des Todes versöhnen möchte, die ihr Sohn zu besänftigen suchte. Er stellt das Blutopfer dar, während sie das Gesetz der beständigen Erde verkörpert. Die Tränen, die sie vergießt, sind voll des Wunders ihres wertvollen, wahrhaftigen und unsterblichen Körpers. Sie haben die Kraft Leben zu spenden und zu heilen.“ WARNER weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Tränen bis heute die einzige gesellschaftlich akzeptierte Körperausscheidung sind. Tränen lösen den Schmerz, machen ihn sozusagen fruchtbar, weil sie ihn verflüssigen. Alle, die hinsehen, werden angesteckt ebenfalls zu weinen. Das Strömen der Tränen gehört zur umfassenden Symbolik von Läuterung und Wiedergeburt.8

Bildgeschichte 2
2-2 Geschichte des gegenständlichen Bildes:
Es hat jahrelang in meiner Wohnküche gehangen, in der „Stuum“ (=Stube). Zehn Jahre später habe ich es in die Wallfahrtskirche nach Maria Luggau in Südkärnten (eigentlich zurück-) gebracht und dem dortigen Klostervorstand übergeben. Das Bild hatte für mich ausgedient, ich liebte es immer noch, deshalb wollte ich es nicht einfach seinem Schicksal, zum Beispiel einem Antiquariat, überlassen, sondern es an seinen Ursprung zurückbringen. Zuvor hab ich noch eine gute 1:1 Farbkopie (34x55cm) davon machen lassen.
Der Mönch hat das original gerahmte Bild in Empfang genommen. Er kannte diese Variante des Gnadenbildes nicht und versprach, es im Hauptraum seiner Kirche aufzuhängen.
6 Realisierung
Das Auslegen der Gegenwart mündet in die Zukunft.
Auslegen der Gegenwart bedeutet Zeichen setzen: Dies tut die Kunst.
Ziel des Projekts VESPERBILD ist ein säkulares Zustandsbild Europas von diesen Tagen, also ein drittes Vesperbild nach den beiden oben beschriebenen.

6-1 Ausgangspunkt des Projekts VESPERBILD ist eine kolorierte Original-Radierung aus der Barockzeit, die eine Pietà darstellt. Es ist die phantasievolle barocke Interpretation einer vollplastischen spätgotischen Pietá aus Maria Luggau in Kärnten.

6-2 Das VESPERBILD wird virtualisiert und digital in Vierecke von gleicher Größe zerlegt. Details (die Linien des Originalstichs) darauf sind schließlich so abstrahiert, dass Gegenständliches auf den Vierecken kaum mehr erkennbar ist. Die Abstrahierung ist für die weitere Umsetzung hilfreich, weil so die Beeinflussung durch Erkennbares ausbleibt. Die Ergebnisse sind virtuell wieder zusammensetzbar.
Mit einer Zugabe auf Stoff gedruckt werden sie von KünstlerInnen bearbeitet, bemalt, bestickt und so weiter, und später wieder vernäht.

6-3 Procedere:
Unsere Ausgangsbasis, dieser 350jahre alte Stich im Ausmaß von 33,5 x 54,8cm ist ja selber bereits eine Interpretation, nämlich diejenige eines vollplastischen Vesperbildes.
Rund um die Vesperbilder kommen machtvolle Frauen vor, die in ihrem Umfeld handelnd in Erscheinung treten: die Bäuerin mit ihren Visionen, die das erste Bildwerk machen ließ; Maria Maximiliana, Herzogin von Bayern, die sich mit dem Kupferstich in Erinnerung ruft und die Identifikation mit Maria von Nazareth nicht scheut; in der Vignette am unteren Bildrand ruft sie die großen biblischen Frauengestalten Ruth und Noemi, das erste historisch belegte Freundinnenpaar, in Erinnerung.
Ganz ähnlich wie Maria Maximiliana wollen wir ein Bild errichten in einer zeitgemäßen Synthese der unterschiedlichen Sichtweisen.
Es sollen europaweit KünstlerInnen am VESPERPROJEKT beteiligt sein. JedeR verwendet jeweils bevorzugte Farben und Deutungsmuster. Die Botschaften sind vielfältig, denn keineR weiß, wie das vollständige Bild ausgesehen hat und wie das neue zum Schluss aussehen wird.
Sozusagen in homöopathischer Auflösung wird das Bild in alle Winde verschickt --- ausgehend von Brigitte M. an Brigitte N., die das Bild elektronisch in 196 winzige Splitter-Bildchen (Vierecke) seziert hat.
Diese 196 Splitter des Vesperbildes werden vergrößert auf DINA2 und im Siebdruckverfahren auf Leinen gedruckt.
Die entstandenen textilen Einzelteile des Vesperbildes werden an KünstlerInnen in verschiedenen Ländern des Abendlandes (!) verschickt mit dem Ersuchen um persönliche, künstlerische Realisierung. Nach Ablauf einer vereinbarten Frist treffen sie bei uns wieder ein und werden zusammengenäht.

6-4 Die neue Pietà des 21. Jahrhunderts wird aufgerichtet und feierlich präsentiert,
Die Botschaften der Bäuerin, der Herzogin und der Künstlerin werden vorgetragen.
Alle beteiligten KünstlerInnen sind zu einer feierlichen Vernissage eingeladen.

Brigitte Menne im November 2014

Die Ideenplattform ist für deine Browserversion noch nicht geeignet.

Links zu den Browsern die wir derzeit unterstützen: